Digital-Signage-Content erstellen: Der Praxis-Guide

Das schönste Display nützt nichts, wenn der Inhalt verzerrt, unscharf oder unlesbar ist. Die häufigsten Pannen passieren nicht am Gerät, sondern in der Content-Erstellung: falsche Auflösung, ungeeignetes Dateiformat, zu kleine Schrift. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie Inhalte für Werbebildschirme und Stelen erstellen, die auf Anhieb funktionieren – mit konkreten Pixelwerten, Formatempfehlungen und kostenlosen Tools.

Die richtige Auflösung: Querformat ist nicht Hochformat

Der mit Abstand häufigste Fehler bei angeliefertem Signage-Content ist die falsche Auflösung beziehungsweise das falsche Seitenverhältnis. Die Grundregel ist simpel: Der Content muss exakt der nativen Auflösung und Ausrichtung des Displays entsprechen.

🖥️

Querformat-Displays: 1920×1080

Klassische Monitore, Werbebildschirme und Großdisplays laufen im Querformat mit Full HD (1920×1080 Pixel) oder 4K (3840×2160 Pixel). Full-HD-Content wird auf 4K-Displays sauber hochskaliert – umgekehrt verschenken Sie Schärfe.

📱

Stelen & Hochformat: 1080×1920

Digitale Stelen, Kundenstopper und Hochformat-Displays brauchen Content in 1080×1920 Pixeln – Full HD um 90 Grad gedreht. Querformat-Inhalte erscheinen hier winzig mit schwarzen Balken oder hässlich verzerrt.

Der Klassiker: Eine Agentur liefert ein wunderschönes 1920×1080-Video – für eine Hochformat-Stele. Auf dem Gerät füllt es dann nur das mittlere Drittel des Bildschirms. Entwerfen Sie Hochformat-Content von Anfang an im Hochformat (1080×1920), statt ein Querformat-Layout zu drehen oder zu beschneiden. Texte, Logos und Bildausschnitte müssen für die schmale, hohe Fläche neu komponiert werden.

Dateiformate: Was läuft – und was garantiert nicht

MP4 mit H.264 ist König

Für bewegten Content gibt es eine klare Empfehlung: MP4-Container mit H.264-Codec. Dieses Format spielt praktisch jeder Signage-Player, jedes Display mit USB-Mediaplayer und jede Signage-Software ab. Bewährte Einstellungen:

Standbilder: JPG und PNG

Für statische Slides eignen sich JPG (Fotos, Hintergründe) und PNG (Grafiken mit Text und Logos, da verlustfrei). Auch hier gilt: exakt in Displayauflösung anlegen. Die Anzeigedauer pro Bild wird am Player oder in der Signage-Software eingestellt – üblich sind 5 bis 10 Sekunden.

Was NICHT funktioniert

Gestaltungsregeln: Lesbar in 3 Sekunden

Digital Signage wird im Vorbeigehen konsumiert – nicht gelesen wie eine Webseite. Daraus folgen klare Gestaltungsregeln:

  1. Die 3-Sekunden-Regel Jede Slide muss in maximal 3 Sekunden erfasst werden können. Test: Zeigen Sie die Slide einem Kollegen für 3 Sekunden und fragen Sie, was hängen geblieben ist. Wenn die Kernbotschaft nicht sitzt, ist zu viel drauf.
  2. Maximal eine Botschaft pro Slide Ein Angebot, ein Produkt, ein Claim – pro Slide. Drei Botschaften auf einer Slide bedeuten in der Praxis: null Botschaften kommen an. Lieber drei einzelne Slides in den Loop nehmen.
  3. Schriftgrößen ab 30 pt aufwärts Faustregel für Full-HD-Content, der aus 2–5 Metern Entfernung gelesen wird: Fließtext mindestens 30 pt, Headlines 60–100 pt. Auf einer Stele im Laufweg gilt: Was Sie am Monitor für „zu groß" halten, ist auf dem Display gerade richtig.
  4. Starker Kontrast Heller Text auf dunklem Grund oder umgekehrt – keine grauen Texte auf hellgrauen Flächen, keine Schrift direkt auf unruhigen Fotos. In hellen Messehallen und an Schaufenstern frisst Umgebungslicht schwache Kontraste komplett auf. Bei Bedarf eine halbtransparente dunkle Fläche hinter den Text legen.
  5. Loop-Länge: 30 bis 90 Sekunden Der gesamte Durchlauf sollte 30–90 Sekunden dauern, mit 5–10 Sekunden pro Botschaft. Passanten sind nach wenigen Sekunden weitergezogen – wer 5 Minuten Loop produziert, zeigt 90 % seines Inhalts ins Leere. In Wartebereichen (Empfang, Gastronomie) dürfen Loops länger sein.
  6. Ruhige Animationen, sichere Ränder Sanfte Blenden und dezente Bewegung ziehen Blicke an; hektisches Geblinke wirkt billig. Wichtige Inhalte nicht bis an den Bildrand setzen – 5 % Sicherheitsabstand (Safe Area) ringsum verhindert, dass Rahmen oder Overscan etwas abschneiden.

Kostenlose Tools für Signage-Content

Tool Geeignet für Praxis-Hinweis
Canva (canva.com) Statische Slides und einfache Animationen, auch ohne Designkenntnisse Benutzerdefinierte Größe 1920×1080 bzw. 1080×1920 px anlegen; Export als PNG oder MP4. Viele Vorlagen lassen sich aufs Hochformat umstellen.
PowerPoint Slide-Loops aus vorhandenen Firmenfolien Foliengröße unter Entwurf → Foliengröße anpassen (für Stelen: Hochformat). Anzeigedauern festlegen, dann Datei → Exportieren → Video erstellen (MP4, Full HD).
DaVinci Resolve (kostenlose Version) Professionelle Videos, Schnitt, Animationen, Farbkorrektur Projekt-Timeline auf 1080×1920 stellen für Hochformat. Export: MP4, H.264, 25/30 fps, 10 Mbit/s. Steile Lernkurve, aber Profi-Ergebnisse ohne Lizenzkosten.
GIMP / Photopea Bildbearbeitung, Fotomontagen, Grafikanpassung Photopea läuft direkt im Browser und öffnet sogar Photoshop-Dateien – praktisch, um Agentur-Vorlagen schnell auf die richtige Auflösung zu bringen.
HandBrake Videos in das richtige Format konvertieren Rettet falsch angelieferte Videos: Beliebige Formate nach MP4/H.264 wandeln, Bitrate begrenzen, Tonspur entfernen.

Übergabe-Checkliste: So liefern Sie Content an den Vermieter

Damit Ihr Content am Veranstaltungstag ohne Überraschungen läuft, hat sich diese Übergabe-Routine bewährt:

Content-Service von Servus Medientechnik: Keine Zeit oder kein Designer im Haus? Auf Wunsch erstellen wir Ihren Signage-Content gleich mit – von der Begrüßungsslide bis zum animierten Produkt-Loop, passgenau für das gemietete Display. Sie liefern Logo, Texte und Bildmaterial, wir übernehmen Format, Auflösung und Testlauf. Einfach bei der Anfrage mit angeben oder anrufen: +49 89 12 28 08 52.

Display, Stele und Content aus einer Hand

Mieten Sie nicht nur die Hardware: Wir liefern Werbebildschirme und Stelen einsatzbereit mit Ihrem Content vorinstalliert – getestet, im richtigen Format, im richtigen Loop.

Digitale Stelen & Kundenstopper Hochformat-Displays 43–65 Zoll für Empfang, Laufwege und Messestand – Content in 1080×1920 inklusive Einrichtung.
Werbebildschirme bis 100 Zoll Querformat-Displays mit USB-Mediaplayer oder Signage-Player – einfach Stick rein, läuft.
Content-Erstellung auf Wunsch Wir gestalten Slides und Loops nach Ihren Vorgaben – im garantiert passenden Format.
Testlauf vor Übergabe Jeder Content läuft vor Auslieferung einmal komplett auf dem echten Mietgerät durch.
Stelen & Displays mieten Content-Service anfragen

Kurz zusammengefasst

Guter Signage-Content ist kein Hexenwerk, sondern Handwerk: 1920×1080 für Querformat, 1080×1920 für Stelen, als MP4 mit H.264 oder als JPG/PNG, gestaltet nach der 3-Sekunden-Regel mit großen Schriften und starkem Kontrast, übergeben auf einem FAT32-Stick mit sauberen Dateinamen – und einmal auf dem echten Gerät getestet. Wer diese Punkte beachtet, erlebt am Veranstaltungstag keine Überraschungen.

Passende Hardware finden Sie unter Digitale Stelen & Kundenstopper und Kundenstopper & LED-Poster mieten. Lesen Sie auch unseren Ratgeber Display zeigt kein Bild – HDMI-Troubleshooting in 10 Schritten, falls beim Aufbau die Technik streikt.

BP
Bastian Portes Gründer & Geschäftsführer, Servus Medientechnik – 25+ Jahre Erfahrung in Medientechnik, Display-Vermietung und Messeeinsatz. Mehr über Bastian Portes · Auf LinkedIn folgen

Häufige Fragen: Digital-Signage-Content erstellen

Welche Auflösung braucht Content für eine Digital-Signage-Stele?

Stelen sind Hochformat-Displays. Der Content muss daher in 1080×1920 Pixeln (Breite × Höhe) erstellt werden – Full HD um 90 Grad gedreht. Ein häufiger Fehler: Inhalte werden in 1920×1080 (Querformat) angeliefert und erscheinen auf der Stele winzig mit schwarzen Balken oder verzerrt. Erstellen Sie das Layout von Anfang an im Hochformat, statt ein Querformat-Design zu drehen.

Welches Videoformat ist für Digital Signage am besten geeignet?

MP4 mit dem Codec H.264 ist der De-facto-Standard: Praktisch jeder Signage-Player, jedes Display mit USB-Wiedergabe und jede Software kann es abspielen. Empfohlene Einstellungen: 1920×1080 oder 1080×1920, 25 oder 30 fps, Bitrate 8–15 Mbit/s. H.265/HEVC spart Speicherplatz, wird aber nicht von jedem älteren Player unterstützt – im Zweifel bei H.264 bleiben.

Kann ich eine PowerPoint-Präsentation direkt auf einem Werbebildschirm abspielen?

Direkt als .pptx-Datei in der Regel nicht – Signage-Player und Display-Mediaplayer können PowerPoint-Dateien nicht öffnen. Die Lösung: Exportieren Sie die Präsentation in PowerPoint über Datei → Exportieren → Video erstellen als MP4. Stellen Sie vorher die automatischen Folienwechselzeiten ein, da das Video sonst auf Klicks wartet, die nie kommen.

Wie lang sollte ein Digital-Signage-Loop sein?

Bewährt haben sich 30 bis 90 Sekunden Gesamtlänge mit 5 bis 10 Sekunden pro Botschaft. Auf Messen und in Laufzonen sehen Passanten den Bildschirm nur wenige Sekunden – jede Slide muss in 3 Sekunden verstanden werden. Längere Loops lohnen sich nur in Wartebereichen, wo Menschen länger verweilen.

Wie übergebe ich meinen Content an den Display-Vermieter?

Am zuverlässigsten per USB-Stick in FAT32 (viele Mediaplayer lesen kein NTFS oder exFAT) oder vorab per Download-Link. Verwenden Sie eindeutige Dateinamen ohne Umlaute und Sonderzeichen (z. B. messe_loop_01.mp4), nummerieren Sie in Abspielreihenfolge und planen Sie einen Testlauf auf dem echten Gerät ein – idealerweise am Aufbautag.

Erstellt Servus Medientechnik auch den Content für gemietete Displays?

Ja. Auf Wunsch erstellen wir Ihren Signage-Content gleich mit – von der einfachen Begrüßungsslide über animierte Produkt-Loops bis zum kompletten Messe-Reel im richtigen Format für das gemietete Display. Sie liefern Logo, Texte und Bildmaterial, wir kümmern uns um Auflösung, Format und Testlauf. Anfrage unter +49 89 12 28 08 52.

Keine Zeit für Fehlersuche?

Ersatzgerät mieten: Werbebildschirme und Stelen einsatzbereit mit vorinstalliertem Content – geliefert, aufgebaut, getestet.

Stelen & Displays mieten Display Finder starten

Fragen? Jetzt anrufen: +49 89 12 28 08 52 · 0800 16 56 550 (kostenlos)