Die richtige Auflösung: Querformat ist nicht Hochformat
Der mit Abstand häufigste Fehler bei angeliefertem Signage-Content ist die falsche Auflösung beziehungsweise das falsche Seitenverhältnis. Die Grundregel ist simpel: Der Content muss exakt der nativen Auflösung und Ausrichtung des Displays entsprechen.
Querformat-Displays: 1920×1080
Klassische Monitore, Werbebildschirme und Großdisplays laufen im Querformat mit Full HD (1920×1080 Pixel) oder 4K (3840×2160 Pixel). Full-HD-Content wird auf 4K-Displays sauber hochskaliert – umgekehrt verschenken Sie Schärfe.
Stelen & Hochformat: 1080×1920
Digitale Stelen, Kundenstopper und Hochformat-Displays brauchen Content in 1080×1920 Pixeln – Full HD um 90 Grad gedreht. Querformat-Inhalte erscheinen hier winzig mit schwarzen Balken oder hässlich verzerrt.
Dateiformate: Was läuft – und was garantiert nicht
MP4 mit H.264 ist König
Für bewegten Content gibt es eine klare Empfehlung: MP4-Container mit H.264-Codec. Dieses Format spielt praktisch jeder Signage-Player, jedes Display mit USB-Mediaplayer und jede Signage-Software ab. Bewährte Einstellungen:
- Auflösung: 1920×1080 (quer) bzw. 1080×1920 (hoch)
- Bildrate: 25 oder 30 fps – mehr braucht Signage nicht
- Bitrate: 8–15 Mbit/s – scharf genug, aber ruckelfrei von USB abspielbar
- Audio: meist überflüssig – auf Messen läuft Signage in der Regel stumm. Tonspur ggf. ganz entfernen, das spart Speicher und vermeidet versehentliche Beschallung
Standbilder: JPG und PNG
Für statische Slides eignen sich JPG (Fotos, Hintergründe) und PNG (Grafiken mit Text und Logos, da verlustfrei). Auch hier gilt: exakt in Displayauflösung anlegen. Die Anzeigedauer pro Bild wird am Player oder in der Signage-Software eingestellt – üblich sind 5 bis 10 Sekunden.
Was NICHT funktioniert
- PowerPoint-Dateien direkt (.pptx): Kein Signage-Player öffnet PowerPoint. Lösung: in PowerPoint über Datei → Exportieren → Video erstellen als MP4 exportieren – vorher automatische Folienwechselzeiten setzen!
- Exotische Codecs und Container: H.265/HEVC, VP9, AV1, ProRes, MKV-, MOV- oder WMV-Dateien laufen auf vielen Playern nicht oder nur ruckelnd. Im Zweifel immer nach MP4/H.264 konvertieren.
- PDF- und Word-Dateien: Werden von den meisten Mediaplayern nicht unterstützt – als PNG/JPG exportieren.
- 4K-Videos mit extremer Bitrate: Dateien mit 50+ Mbit/s überfordern USB-Wiedergabe und einfache Player – das Bild ruckelt oder friert ein.
- Webseiten und Animationen mit Internetpflicht: Auf Messen ist WLAN notorisch unzuverlässig. Alles, was offline laufen kann, sollte offline laufen.
Gestaltungsregeln: Lesbar in 3 Sekunden
Digital Signage wird im Vorbeigehen konsumiert – nicht gelesen wie eine Webseite. Daraus folgen klare Gestaltungsregeln:
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Die 3-Sekunden-Regel Jede Slide muss in maximal 3 Sekunden erfasst werden können. Test: Zeigen Sie die Slide einem Kollegen für 3 Sekunden und fragen Sie, was hängen geblieben ist. Wenn die Kernbotschaft nicht sitzt, ist zu viel drauf.
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Maximal eine Botschaft pro Slide Ein Angebot, ein Produkt, ein Claim – pro Slide. Drei Botschaften auf einer Slide bedeuten in der Praxis: null Botschaften kommen an. Lieber drei einzelne Slides in den Loop nehmen.
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Schriftgrößen ab 30 pt aufwärts Faustregel für Full-HD-Content, der aus 2–5 Metern Entfernung gelesen wird: Fließtext mindestens 30 pt, Headlines 60–100 pt. Auf einer Stele im Laufweg gilt: Was Sie am Monitor für „zu groß" halten, ist auf dem Display gerade richtig.
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Starker Kontrast Heller Text auf dunklem Grund oder umgekehrt – keine grauen Texte auf hellgrauen Flächen, keine Schrift direkt auf unruhigen Fotos. In hellen Messehallen und an Schaufenstern frisst Umgebungslicht schwache Kontraste komplett auf. Bei Bedarf eine halbtransparente dunkle Fläche hinter den Text legen.
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Loop-Länge: 30 bis 90 Sekunden Der gesamte Durchlauf sollte 30–90 Sekunden dauern, mit 5–10 Sekunden pro Botschaft. Passanten sind nach wenigen Sekunden weitergezogen – wer 5 Minuten Loop produziert, zeigt 90 % seines Inhalts ins Leere. In Wartebereichen (Empfang, Gastronomie) dürfen Loops länger sein.
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Ruhige Animationen, sichere Ränder Sanfte Blenden und dezente Bewegung ziehen Blicke an; hektisches Geblinke wirkt billig. Wichtige Inhalte nicht bis an den Bildrand setzen – 5 % Sicherheitsabstand (Safe Area) ringsum verhindert, dass Rahmen oder Overscan etwas abschneiden.
Kostenlose Tools für Signage-Content
| Tool | Geeignet für | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|
| Canva (canva.com) | Statische Slides und einfache Animationen, auch ohne Designkenntnisse | Benutzerdefinierte Größe 1920×1080 bzw. 1080×1920 px anlegen; Export als PNG oder MP4. Viele Vorlagen lassen sich aufs Hochformat umstellen. |
| PowerPoint | Slide-Loops aus vorhandenen Firmenfolien | Foliengröße unter Entwurf → Foliengröße anpassen (für Stelen: Hochformat). Anzeigedauern festlegen, dann Datei → Exportieren → Video erstellen (MP4, Full HD). |
| DaVinci Resolve (kostenlose Version) | Professionelle Videos, Schnitt, Animationen, Farbkorrektur | Projekt-Timeline auf 1080×1920 stellen für Hochformat. Export: MP4, H.264, 25/30 fps, 10 Mbit/s. Steile Lernkurve, aber Profi-Ergebnisse ohne Lizenzkosten. |
| GIMP / Photopea | Bildbearbeitung, Fotomontagen, Grafikanpassung | Photopea läuft direkt im Browser und öffnet sogar Photoshop-Dateien – praktisch, um Agentur-Vorlagen schnell auf die richtige Auflösung zu bringen. |
| HandBrake | Videos in das richtige Format konvertieren | Rettet falsch angelieferte Videos: Beliebige Formate nach MP4/H.264 wandeln, Bitrate begrenzen, Tonspur entfernen. |
Übergabe-Checkliste: So liefern Sie Content an den Vermieter
Damit Ihr Content am Veranstaltungstag ohne Überraschungen läuft, hat sich diese Übergabe-Routine bewährt:
- USB-Stick in FAT32 formatieren: Viele Display-Mediaplayer lesen kein NTFS und kein exFAT. FAT32 versteht jedes Gerät. (Einschränkung: maximal 4 GB pro Datei – bei korrekter Bitrate kein Problem.)
- Saubere Dateinamen: Keine Umlaute, keine Leerzeichen, keine Sonderzeichen. Nummerieren Sie in Abspielreihenfolge: 01_begruessung.mp4, 02_produkt.mp4, 03_aktion.jpg.
- Nur den finalen Content auf den Stick: Keine Ordner voller Alternativversionen – viele Player spielen stur alles ab, was sie finden, inklusive „final_final_ALT.mp4".
- Frühzeitig digital vorab senden: Download-Link (z. B. WeTransfer) einige Tage vor dem Event an den Vermieter – dann kann der Content schon auf dem Gerät vorinstalliert und getestet werden.
- Testlauf einplanen: Den kompletten Loop einmal auf dem echten Gerät durchlaufen lassen, idealerweise am Aufbautag. Auflösung, Schärfe, Lesbarkeit und Loop-Übergänge prüfen.
- Backup mitnehmen: Ein zweiter Stick mit identischem Inhalt in der Tasche kostet nichts und rettet im Zweifel den Messetag.