Warum echte, funktionierende Hardware am Set?
Die Requisite hat bei Technik im Bild drei Möglichkeiten: Attrappe, Greenscreen-Display mit VFX-Replacement oder ein echtes, laufendes Gerät. In den meisten Fällen ist das echte Gerät die beste Wahl – aus handfesten Gründen:
- Authentisches Leuchtverhalten: Ein eingeschalteter Bildschirm beleuchtet das Gesicht des Darstellers, spiegelt sich in Brillen und Fensterscheiben und reagiert auf Kamerabewegungen. Genau diese Details verkaufen die Szene – ein dunkler Dummy oder ein nachträglich eingesetzter Screen wirkt schnell steril.
- Playback in Echtzeit: Vorbereitete Inhalte (Fake-Interfaces, Nachrichtensendungen, Überwachungsbilder, Chat-Verläufe) laufen live auf dem Gerät. Die Schauspieler reagieren auf das, was sie wirklich sehen – das Timing stimmt ohne Nachbearbeitung.
- Live-Screen-Content statt VFX-Budget: Jedes Display, das in der Postproduktion ersetzt werden muss, kostet Tracking, Rotoscoping und Compositing. Bei einem Newsroom mit zwanzig Monitoren summiert sich das schnell auf fünfstellige VFX-Kosten – echte Geräte mit eingespieltem Content sind fast immer günstiger.
- Flexibilität am Drehtag: Die Regie möchte spontan eine andere Einstellung oder anderen Bildschirminhalt? Bei laufender Hardware ist das ein Knopfdruck, kein Change Request an die Post.
- Interaktion möglich: Darsteller tippen, scrollen und klicken wirklich – Hände und Screen-Reaktion passen zusammen, auch in Großaufnahme.
Der Epochen-Guide: Welche Technik passt zu welchem Jahrzehnt?
Nichts reißt das Publikum schneller aus einer Szene als ein anachronistisches Gerät – der Flachbildschirm im 90er-Jahre-Büro ist ein Klassiker unter den Anschlussfehlern. Eine Orientierung:
| Epoche | Typische Geräte | Worauf achten |
|---|---|---|
| 1990er | Röhrenmonitore (14–17 Zoll, 4:3), beige Desktop-Towers, mechanische Tastaturen mit Kabel, Kugel-Mäuse, Nadel- und frühe Tintenstrahldrucker, Faxgeräte | Vergilbtes Beige wirkt authentischer als Neuzustand; Röhrenmonitore flimmern in der Kamera – Shutter/Framerate abstimmen oder Bildinhalt nachträglich einsetzen |
| 2000er | Erste Flachbildschirme (15–19 Zoll, dicker Rahmen, 4:3 oder 5:4), silberne/graue Towers, klobige Laptops, Klapphandys und Slider-Handys, PDAs, Beamer mit Lampen-Look | Übergangsjahrzehnt: Röhre und Flachbild existierten parallel – je nach Milieu (Behörde vs. Start-up) mischen; Handymodell aufs Jahr genau prüfen |
| 2010er | Breitbild-Monitore (16:9), iMacs und Alu-Laptops, erste Tablets, Smartphones mit Home-Button, dünner werdende TVs | Smartphone-Generationen altern im Bild am schnellsten – Modell und Betriebssystem-Look aufs Drehjahr abstimmen |
| Gegenwart | Rahmenlose Monitore, Curved Displays, Ultrabooks, aktuelle Tablets und Smartphones, Videokonferenz-Setups, Touchscreens, LED-Walls | Hier liefern wir direkt aus dem laufenden Mietbestand – inklusive aktueller Notebooks und Computer sowie Tablets und Smartphones |
Aktuelle Hardware halten wir in großer Stückzahl vor. Period-Geräte (Röhrenmonitore, Vintage-Towers, Klapphandys) beschaffen wir auf Anfrage über Bestand und Partnernetzwerk – mit ausreichend Vorlauf klappt auch eine 90er-Behörde mit zwölf identischen Arbeitsplätzen.
Was Production Designer und Requisite beachten sollten
Logos und Markenrechte (Clearance)
Sichtbare Herstellerlogos und geschützte Designs können ohne Freigabe rechtliche und sender-redaktionelle Probleme verursachen. Die Praxis-Lösungen:
- Greeking: Logos abkleben, überlackieren oder mit neutralen Aufklebern versehen – der Standard bei TV-Produktionen.
- Neutrale Geräte wählen: Viele Business-Monitore und -Towers sind nahezu logofrei und in der Totalen nicht zuzuordnen.
- Software-Look beachten: Auch Betriebssystem-Oberflächen sind geschützt. Für Nahaufnahmen empfehlen sich neutrale Fake-Interfaces – die wir gerne mit einspielen.
Auf Wunsch liefern wir alle Geräte bereits logo-neutral vorbereitet – ein Arbeitsschritt weniger für die Requisite am Drehtag.
Screen-Content rechtzeitig vorbereiten
Der Bildschirminhalt ist Teil des Szenenbilds und sollte spätestens in der Drehvorbereitung feststehen: Welche Software „läuft“ in der Szene? Welche Auflösung und welches Seitenverhältnis hat das Zielgerät? Läuft der Content als Loop, als Video-Playback oder klickbar? Wir übernehmen die Einspielung des von der Produktion gelieferten Materials, richten Loops und Playlists ein und testen alles vor der Auslieferung – beim ersten Take läuft das Bild.
Doubles für Stunts und Zerstörung
Fliegt der Laptop in der Szene gegen die Wand, braucht es zwei Geräte: das funktionierende Hero-Gerät für die Nahaufnahmen und ein ausgemustertes Stunt-Double gleicher Bauform, das gefahrlos zerstört werden darf. Wir stellen beides – sauber getrennt und gekennzeichnet, damit am Set nichts Falsches zu Bruch geht.
Strom, Laufzeit und Dauerbetrieb
Drehtage sind lang. Mietgeräte aus unserem Bestand sind für den Dauerbetrieb geprüft, Akkus geladen, Netzteile und Verlängerungen dabei. Bei Monitorwänden klären wir vorab die Stromlast – zwanzig Displays an einer Haushaltssicherung sind keine gute Idee.
Der Servus-Service für Filmproduktionen
Servus Medientechnik stattet seit Jahren Film- und TV-Produktionen aus – die Bandbreite reicht von öffentlich-rechtlichen Formaten der ARD über Werbespots bis zu internationalen Streaming-Produktionen für Netflix. Was uns von der klassischen Requisiten-Fundus-Lösung unterscheidet:
- Funktionierende Technik statt Deko: Jedes Gerät verlässt unser Lager geprüft und einsatzbereit – inklusive Kabeln, Halterungen und Zubehör.
- Content-Einspielung passend zur Szene: Wir spielen Ihr Material ein, bauen Loops und sorgen für den richtigen Bildinhalt zum richtigen Take – auf Wunsch mit Techniker am Set.
- Kurzfristige Set-Lieferung: Drehpläne ändern sich. Wir liefern in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden, im Raum München auch am selben Tag – nach Absprache auch an Wochenenden.
- Skalierung: Vom einzelnen Hero-Laptop bis zur Monitorwand mit 20 identischen Displays – der Bestand von über 1.000 Geräten macht auch große Setups in einheitlicher Optik möglich.
- Diskretion: NDA-Produktionen sind bei uns Alltag – Arbeitstitel genügt.
Typische Anfragen aus der Produktion
Vier Setups, die regelmäßig auf unseren Lieferscheinen stehen – und was dahintersteckt:
IT-Requisiten für Ihre Produktion mieten
Monitore, Computer, Laptops, Tablets, Smartphones und Displays – funktionierend, geprüft, mit Content-Einspielung und Set-Lieferung. Erfahrung von ARD bis Netflix.
Filmproduktions-Service Notebooks & ComputerFür die Geräteauswahl im Detail: Notebooks & Computer mieten und Tablets & Smartphones mieten zeigen den aktuellen Mietbestand. Alle Leistungen für Produktionen bündelt unsere Übersicht Filmproduktion.